Österreichische Richter studieren das Miteinander der Sprachgruppen
Das Miteinander verschiedener Sprachgruppen steht im Fokus einer Delegationsreise von Richterinnen und Richtern des Oberlandesgerichts Wien. Heute (3. Oktober) trafen sie LH Arno Kompatscher.
Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte des Oberlandesgerichts Wien machen auf einer Studienreise ("Südtirol-Slowenien-Istrien und das Miteinander von Sprachgruppen") drei Tage lang Halt in Bozen. Die Delegation, angeführt von Maria-Elisabeth Wanke-Czerwenka, Senatspräsidentin am Oberlandesgericht Wien, und dem Österreischischen Generalkonsul in Mailand, Clemens Mantl, wurde heute (3. Oktober) von Landeshauptmann Arno Kompatscher empfangen. Auch die ehemalige Präsidentin des Bozner Landesgerichts, Elsa Vesco, und der langjährige Parlamentarier und Verfassungsexperte Karl Zeller waren dabei.
"Unsere Studienreise ist ein Blick über den Tellerrand, ein Erweitern des persönlichen Horizonts", sagte Wanke-Czerwenka: "Wir können natürlich als Touristen nach Südtirol kommen. Aber diese Fachreise ist Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken." Diesen Einblick gewährten Landeshauptmann Kompatscher, Elsa Vesco und Karl Zeller. Der Landeshauptmann führte in die Autonomie Südtirols ein und berichtete über die jüngste Kompetenzübertragung im Gerichtswesen: Die Übertragung der Befugnisse der Verwaltungstätigkeiten der Justiz an die Region im Jahr 2017. "Die Umsetzung ist noch im Gange und es wird noch viele Umsetzungsprotokolle brauchen, bis die Rollen klar verteilt sind", sagte Kompatscher. Ein interessanter Aspekt sei auch das Recht auf Gebrauch der Muttersprache.
In Österreich gibt es in Kärnten einige Gerichte, an denen Richter slowenischer Muttersprache Recht sprechen, berichtete Wanke-Czerwenka. Ein verbrieftes Recht darauf gebe es aber nicht. Elsa Vesco bezeichnete den Übergang der Befugnisse der Verwaltungstätigkeit der Justiz als "bahnbrechend". Allerdings brauche es Geduld bei der Umsetzung. Einen ungewohnten Blick auf den Weg der Autonomie bot Karl Zeller. Er rückte die psychologische Situation der verschiedenen Akteure – Wien, Rom, Bozen und Trient – in den Mittelpunkt. Immer wieder hätte sich das Kräfteverhältnis verändert, der Starke sei zum Schwachen geworden und umgekehrt. "Auch in diesem Licht sollte man sensibel mit der dynamischen Autonomie umgehen und nie der Versuchung nachgeben, aus der starken Position heraus einfach über den Schwachen drüberzufahren", sagte Zeller.
uli
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- Auf einer mehrtägigen Fachreise hält sich eine Gruppe des Oberlandesgerichts Wien drei Tage lang in Bozen auf. LH Kompatscher (am Podium) hat sie heute im Landhaus 1 empfangen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Auf Studienreise: Den Richterinnen und Richtern sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälten des Oberlandesgerichts Wien berichteten (v.l. am Podium) LH Kompatscher, Elsa Vesco und Karl Zeller über die Situation in Südtirol. Mit am Podium: Delegationsleiterin Maria-Elisabeth Wanke-Czerwenka (r.) (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Im regen Austausch über das Miteinander der Sprachgruppen: (v.l.) Karl Zeller, LH Arno Kompatscher und Maria-Elisabeth Wanke-Czerwenka (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Maria-Elisabeth Wanke-Czerwenka im Gespräch mit dem österreichischen Generalkonsul Clemens Mantl und Klaus Luther, Direktor der Abteilung Präsidium (v.l.) (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 2 MB]
- Am Podium (v.l.) Gastgeber LH Arno Kompatscher, Elsa Vesco, Karl Zeller und Maria-Elisabeth Wanke-Czerwenka (LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]
- Die Medaille des Wiener Oberlandesgerichts als Präsent. Maria-Elisabeth Wanke-Czerwenka (r.) überreicht sie an LH Arno Kompatscher, am Podium sitzt Karl Zeller. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri) » [IMG 1 MB]




